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beendete, fragte sie ganz pl�tzlich. �Und was war jetzt mit dieser
franz�sische Zicke, die du kennengelernt hast?�
�Na, das ist doch eben jene Rosalie Laurent, von der ich dir
gerade erz�hlt habe. Die Besitzerin der Papeterie, in der ich das
Buch gefunden und den Postkartenst�nder umgeworfen habe. Aber
eigentlich�, �berlegte er laut, �ist sie gar nicht so schrecklich.�
Eigentlich ist sie sogar ganz nett, dachte er, bevor ihm die Augen
wieder zufielen und er in einen traumlosen Schlaf hin�berglitt.
Auch wenn sie von Shakespeare keine Ahnung hat.
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Die Frau, die von Shakespeare keine Ahnung hatte, war entgegen
ihrer Gewohnheit schon fr�h am Morgen aufgestanden. Es war
Montag, ihr freier Tag, und Rosalie hatte das Gef�hl, ihre
Gedanken bei einem ausgedehnten Spaziergang mit William Morris
ordnen zu m�ssen. Sie spazierte in Richtung Place Saint-Sulpice,
lie� die Kirche mit ihren eckigen wei�en T�rmen links liegen und
ging weiter die Rue Bonaparte entlang, deren Gesch�fte noch alle
geschlossen hatten, bis sie schlie�lich den Jardin du Luxembourg
erreichte.
Der Geruch eines Sommergartens schlug ihr entgegen. Blumen
und das Gr�n der B�ume verstr�mten einen zarten Duft, in den
sich der Staub der Wege und die Feuchtigkeit des Morgens mischt-
en. Zwei einsame Jogger zogen mit weit ausholenden Schritten auf
den �u�eren Wegen an ihr vorbei, in ihren Ohrmuscheln steckten
kleine Kopfh�rer, deren d�nne wei�e Kabel in den Sweatshirts ver-
schwanden. Ohne gro� zu �berlegen, schlug Rosalie einen der
vielen Wege ein. Die breite Allee, die sie betrat, war noch
menschenleer. Ein Sonnenstreif fiel schr�g durch die flirrenden
Bl�tter der B�ume, �bergl�nzte den festgetretenen, erdigen Weg,
der angenehm unter ihren Schritten knirschte und an dunkelgr�n-
en Eisenb�nken vorbeif�hrte, die zu beiden Seiten unter den B�u-
men standen und zum Verweilen einluden.
Sie vergewisserte sich, dass sie auf der Seite des Parks entlang-
ging, wo das Ausf�hren von Hunden gestattet war, dann machte sie
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William Morris von der Leine los, der davonst�rmte, bevor er
aufgeregt schn�ffelnd an einem Baumstamm stehen blieb.
Ren� war schon fr�h am Morgen in seine Wohnung gefahren. Als
er ihr vor ein paar Tagen mit gl�nzenden Augen von seiner Ein-
ladung zu dem Seminar von Zack Whiteman erz�hlte, hatte sie
nicht realisiert, dass er schon so bald nach San Diego fliegen w�rde.
Doch Ren� hatte den begehrten Platz nur deswegen ergattert, weil
ein Freund aus dem Fitness-Club das Seminar hatte absagen
m�ssen und dadurch etwas frei geworden war. Da hie� es zugre-
ifen, oder die Gelegenheit zog vor�ber. Bereits in wenigen Tagen
sollte es losgehen, und Ren� hatte noch einiges zu tun. �Das ist ein
echter Gl�cksfall�, hatte er gesagt. �Whiteman ist der Fitness-
Guru.�
Rosalie hatte etwas zerstreut genickt. Um ehrlich zu sein, war sie
seit dem Abend mit Robert Sherman nicht so recht bei der Sache.
�Ist das nicht alles ziemlich sonderbar? Ich frage mich, was dahin-
tersteckt�, hatte sie gesagt, als sie ihrem Freund am n�chsten Mor-
gen von dem Gespr�ch mit dem Amerikaner berichtete.
�Warum zerbrichst du dir den Kopf �ber anderer Leute Angele-
genheiten?�, hatte Ren� gefragt. Sie sa�en gerade zusammen auf
der kleinen Dachterrasse und fr�hst�ckten. �Versteh mich nicht
falsch, Rosalie, aber du hast ja schlie�lich nur die Bilder gemalt.
Selbst wenn sich herausstellen sollte, dass Marchais die Geschichte
geklaut hat  dich trifft doch �berhaupt keine Schuld. Und was ge-
ht s dich an? Lass diesen verr�ckten Literaturprofessor die Sache
doch selbst herausfinden.�
�Erstens ist er nicht so verr�ckt, wie ich dachte  seine
Geschichte klingt sogar ziemlich glaubw�rdig  , und zweitens ist es
ja schlie�lich auch ein bisschen mein Buch�, hatte Rosalie einge-
wandt. �Au�erdem m�chte ich nicht, dass Max Marchais in Schwi-
erigkeiten kommt.�
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�Nun, wenn alles seine Richtigkeit hat, wird dein verehrter
Kinderbuchautor schon keine Schwierigkeiten bekommen. Warum
hast du diesem Sherman nicht einfach Marchais Telefonnummer
gegeben? Ich meine, das w�re doch das Einfachste gewesen. Das
sind erwachsene M�nner  sollen die doch unter sich kl�ren, wer
wen verklagt.�
Ren� nahm einen gro�en Schluck von seinem Karotten-Apfel-
Ingwer-Saft und wischte sich �ber den Mund. F�r ihn war das Gan-
ze kein Problem.
�Na, h�r mal, ich kann doch nicht einfach so die Telefonnummer
eines Autors herausgeben�, hatte Rosalie gesagt und ein wenig ver-
legen gelacht. �Au�erdem  wie ich Max kenne, w�rde er sofort au-
flegen, wenn er h�rt, wer in der Leitung ist. Er war schon bei unser-
em letzten Telefonat so aufgebracht �ber die ganze Angelegenheit,
dass er erkl�rte, er hoffe, diesem unversch�mten Kerl niemals
begegnen zu m�ssen.� Sie trank etwas von ihrem hei�en Milchkaf-
fee und sch�ttelte nachdenklich den Kopf. �Nein, nein. Ich halte es
f�r keine gute Idee, wenn die beiden M�nner direkt aufeinander-
treffen. Das gibt Mord und Totschlag. Au�erdem f�ngt die Sache
an, mich zu interessieren. Auch wenn ich sie ein wenig beunruhi-
gend finde.�
Sie sah ein Paar azurblauer Augen vor sich, die sich fragend auf
sie richteten, und wollte nicht n�her dar�ber nachdenken, was das
eigentlich Beunruhigende an dieser ganzen r�tselhaften Geschichte
war.
�Ich habe Sherman versprochen, ihm zu helfen, die Wahrheit
herauszufinden�, hatte sie gesagt und an die Hand des Amerikan-
ers gedacht, die sich f�r den Bruchteil einer Sekunde auf ihre Hand
gelegt hatte. �Das Beste wird sein, wenn ich Max noch einmal an-
rufe. Ich kann mir zwar nicht vorstellen, dass er l�gt, aber dennoch
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habe ich das Gef�hl, dass er mir irgendetwas verschweigt. Nur
was?�
Ganz in Gedanken hatte Rosalie das riesige Wasserbassin erreicht,
das in der Mitte des Parks vor dem Schloss in der Sonne glitzerte.
Sie setzte sich auf einen der Eisenst�hle und sah einem Segelboot
nach, das ein kleiner Junge mit seiner Fernsteuerung �ber das
Wasser gleiten lie�. Er stand auf der gegen�berliegenden Seite des
Wasserbeckens neben seinem Vater und schrie freudig auf, als das
Boot mit den wei�en Segeln jetzt eine gro�e Rechtskurve beschrieb.
Wie einfach das Leben war, wenn man ein Kind war. Und wie
konnte aus einem so einfachen Leben sp�ter eine solch kompliz- [ Pobierz całość w formacie PDF ]

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